Digitale Veranstaltungsreihe

Im Herbst 2026 jähren sich die Daten der ersten systematischen Massendeportationen von Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich zum 85. Mal. Zwischen November und Dezember 1941 verließen 20 Züge die größten deutschen Städte mit dem Ziel Ghetto Litzmannstadt und 22 fuhren Orte im besetzen Osteuropa an: Riga, Kaunas und Minsk. In ihnen jeweils um die 1.000 Personen, verfolgt als Jüdinnen und Juden. Die meisten von ihnen verschleppten die Nationalsozialist:innen in Ghettos, einige Transporte jedoch endeten in der direkten Vernichtung der Verfolgten.

Im Fokus: Herbst 1941 - Auftakt der systematischen Deportationen vor 85 Jahren

Zum Gedenken an die Deportierten und um den aktuellen Wissensstand zu den Herbstdeportationen zusammenzuführen, veranstaltet das Projekt LastSeen. Bilder der NS-Deportationen im Wintersemester 2026/27 eine Reihe von Online-Vorträgen. In den einzelnen Sitzungen möchten wir uns der lokalen Deportationsgeschichte(n) im Deutschen Reich im Herbst 1941 widmen, bevorzugt mit Fokus auf mögliche visuelle Quellen. Ziel ist es, einen umfassenden und kritischen Blick auf die lokalen Geschehnisse zu werfen:

Was waren die organisatorischen und praktischen Abläufe? Wer waren die Täter:innen, wer die Opfer? Wie sahen die Erfahrungen der Verfolgten aus? Aber auch: Wer sah zu oder war dabei? Wie reagierte die Mehrheitsgesellschaft auf die ersten Deportationen und welche Rolle spielte Publikum bei den einzelnen Deportationsereignissen? Welche lokalen Spezifika können identifiziert werden und wo erkennen wir größere Linien?

Anmeldung zur Teilnahme

Bitte melden Sie sich hier zu den Online-Vorträgen an, um die digitalen Zugangsdaten zu erhalten.

Veranstaltungsprogramm

15.10. - Wien & Berlin

  • Michaela Raggam-Blesch: Oktober 1941 - Der Beginn der reichsweiten Deportationen aus Wien
  • Philipp Dinkelaker: Alltag und Öffentlichkeit der Shoah. Das Sammellager in der Berliner Synagoge Levetzowstraße 

29.10. - Köln & Hamburg

  • Birte Klarczyk: „Wir wussten, wir kommen alle weg.“ Der Beginn der Deportationen aus Köln
  • Alina Bothe: Von Bergen und Bildern. Deportationen aus Hamburg

19.11 - München & Breslau
im Livestream des Kaunas Symposiums im Institut für Zeitgeschichte München

3.12. - Stuttgart & Kassel

  • Günther Riederer: Maskeraden der Gewalt – Filmbilder von der Deportation der jüdischen Bevölkerung in Stuttgart
  • tba: Kassel

10.12. - Westfalen & Rheinland

  • Andrea Löw: „Hier hatte ein Blutbad stattgefunden, und wir sollten hier leben, bis es an unsere Reihe kam!“ Der Deportationszug aus Westfalen nach Riga
  • Joachim Schröder: Die Deportationen aus dem Rheinland, 1941-1944 (Schwerpunkt Düsseldorf)

Bis auf das Kaunas Symposium finden die Veranstaltungen jeweils donnerstags von 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr statt und werden über WebEx abgehalten. Eingeladen sind Forschende, Kolleg:innen aus der Vermittlungs- und Bildungspraxis, sowie nicht-professionelle Interessierte. Bitte melden Sie sich unter dem Link weiter oben an.
Um vor Ort am Kaunas Symposium im NS-Dokumentationszentrum München teilzunehmen, ist eine separate Anmeldung unter zfhs@ifz-muenchen.de erforderlich.

Kooperationsverbund LastSeen.
Bilder der NS-Deportationen


Dr. Alina Bothe
Projektleiterin

c/o Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg
Freie Universität Berlin
Habelschwerdter Allee 34A
14195 Berlin

lastseen@zedat.fu-berlin.de

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